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Erklärungen zur aktuellen Berechnung Berechnung der Kommissionierleistung in einem "Person zur Ware" / "Mann zur Ware"-System. Über das Layout des Kommissionierlagers, die Wegstrategie des Kommissionierers, die Häufigkeits-Verteilung der Positionen innerhalb der Gassen, die Auftragsdaten, sowie bestimmter Parameter wie Geschwindigkeit, Greifzeit etc. wird die Kommissionierleistung pro Stunde, die durchschnittliche Kommissionierzeit pro Position und die Länge von Gassen- und Gassenwechselweg ermittelt.
Zur Berechnung
Diese Erklärungen werden zur Zeit noch erarbeitet. Deswegen sind momentan nur allgemeine Informationen zu Kommissionierberechnungen vorhanden.
Erklärungen zum Berechnungsverfahren von Hwang folgen zu einem späteren Zeitpunkt!
 
1. Was bedeutet Kommissionierzeit?
2. Die Spielzeit
3. Unterteilung des Kommissionierweges
4. Wegstrategien
4.1. Schleifenstrategie
4.2. Stichgangstrategie
5. Layouts

 

Weitere Hilfe:
Nomenklatur
 

1. Was bedeutet Kommissionierzeit?

Die Kommissionierzeit ist die Zeit, die der Kommissionierer benötigt, um einen Kommissioniervorgang vollständig abzuschließen. Das Kommissioniersystem kann einen oder mehrere Kommissionierer enthalten. Der Kommissioniervorgang besteht in der Regel aus einem Auftrag mit mehreren Picks, die in einer bestimmten Reihenfolge (analog zu den Kommissionierstrategien) angefahren werden. Die Kommissionierzeit gilt als eine der aussagekräftigsten Indikatoren bei der Belastungsbewertung eines Lagers. Mithilfe der Kommissionierzeit lässt sich zum Beispiel die maximale durchschnittliche Anzahl an Kommissioniervorgängen pro Stunde ermitteln. Die Kommissionierzeit lässt sich weiter in die Wegzeit, Greifzeit, Basiszeit und Totzeit unterteilen. Mathematisch setzt sich die Kommissionierzeit als Summe der Totzeit, Basiszeit, Wegzeit und Greifzeit zusammen. Die folgende Abbildung zeigt den kausalen Zusammenhang zwischen den Teilzeiten und der Kommissionierzeit.
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Abbildung 1: Kommissionierzeit

Aus empirischen Studien lässt sich ermitteln, dass sich die relativen Anteile der einzelnen Teilzeiten an der Kommissionierzeit wie folgt zusammensetzen:
Teilzeit Prozentualer Anteil an der
Kommissionierzeit
Basiszeit 5 - 10 %
Greifzeit 15 - 35 %
Totzeit 20 - 30 %
Wegzeit 40 - 60 %

     = Verweilzeit
Die Basiszeit umfasst dabei alle Vorgänge bei denen sich der Kommissionierer direkt an der Basis befindet. Dazu zählen zum Beispiel Vorgänge wie das Übernehmen des Auftrages an der Annahmestelle, das Sortieren von Belegen, die Aufnahme von Kommissionierbehältern und die dementsprechende Abgabe der Ware und des zugehörigen Kommissionierbehälters.
Zu der Greifzeit zählen alle Vorgänge, die der Kommissionierer durchführen muss, um die entsprechende Greifeinheit zu greifen und ggf. in die Sammeleinheit zu deponieren. Im Wesentlichen lassen sich diese Vorgänge beschreiben als Hinlangen, Aufnehmen, Befördern und Ablegen.
Zu der Totzeit zählen Tätigkeiten, die der Kommissionierer ausführen muss, um das Kommissioniergut zu kommissionieren, die aber nicht direkt mit dem eigentlichen Kommissioniervorgang in Zusammenhang stehen. Ein Beispiel für eine Totzeit ist das Aufreißen einer Sammelverpackung, um einzelne Bestandteile zu entnehmen.
Die Wegzeit ist die Zeit, die der Kommissionierer für das Abfahren des Weges benötigt. Sie lässt sich in der Regel aus dem Quotienten "Länge des zurückzulegenden Weges" : "Geschwindigkeit des Kommissionieres" errechnen.
 

2. Die Spielzeit

Mit der Spielzeit wird die Zeit Lagers bezeichnet, die benötigt wird einen gegebenen Auftrag, bestehend aus einer oder mehreren Positionen, aus dem Lager zum Auslagerungspunkt zu bewegen. Die Spielzeit hängt von mehreren Faktoren ab, unter anderem von der Anzahl der Positionen des Auftrags, dem Lagerlayout, der beim Kommissionieren verwendeten Ein- bzw. Auslagerungsstrategie und dem Fördermittel, dass zum Kommissionieren der Waren benutzt wird.
Die Spielzeitberechnung hilft dabei, vom Planer angefertigte Lagerentwürfe hinsichtlich ihrer maximalen Ein- und Auslagerungen pro Stunde zu bewerten.
Die maximale Ein- und Auslagerungsleistung ist neben dem Flächen- und Volumennutzungsgrad eine der wichtigsten Größen beim Entwurf eines Lagers.
Dadurch wird die Spielzeit zum entscheidenden Faktor, dem schon beim Entwurf des Lagers hinreichend viel Beachtung geschenkt werden muss.
 

3. Unterteilung des Kommissionierweges

Der Kommissionierweg, sowie dessen Berechnung, spielt bei den Berechnungsverfahren eine besondere Rolle, deshalb lohnt es sich den Kommissionierweg genauer zu betrachten. In dem folgenden Diagramm werden drei Grundbegriffe vorgestellt, die den Gesamtweg des Kommissionierers (Kommissionierweg) innerhalb des Lagers weiter unterteilen: Basisweg, Gassenweg und Gassenwechselweg.
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Abbildung 2: Wege

Der Basisweg bezeichnet den Weg von der Basis bis zum Erreichen der Mitte der ersten Gasse sowie den entsprechenden Rückweg. Die Länge des Basisweges wird im Wesentlichen von der Lage der Basis zum Lager bestimmt. In den meisten Lagern wird die Lage der Basis durch die räumlichen bzw. örtlichen Gegebenheiten vorgegeben, so dass der Planer nur geringe Auswahlmöglichkeiten bezüglich der Lage der Basis hat.
Als Gassenwechselweg wird der Teil des Gesamtweges bezeichnet, in dem der Kommissionierer eine Gasse wechselt. Als Gassenweg hingegen wird der zurückgelegte Weg innerhalb einer Gasse bezeichnet. Gassenweg und Gassenwechselweg hängen sowohl von den Lagerdimensionen als auch von der verwendeten Wegstrategie des Kommissionierers ab.
Eine Wegstrategie beschreibt die Reihenfolge, in der der Kommissionierer die einzelnen Positionen eines Auftrages innerhalb eines Lagers anfährt. Die Wege die ein Kommissionierer dabei fährt kann man in Skizzen darstellen.
 

4. Wegstrategien

4.1 Schleifenstrategie

Bei der Schleifenstrategie wird zwischen der Schleifenstrategie mit Überspringen und der Schleifenstrategie ohne Überspringen unterschieden.
Bei der Schleifenstrategie ohne Überspringen fährt der Kommissionierer die einzelnen Gassen der Reihe nach ab und kommissioniert dabei die einzelnen Positionen innerhalb der jeweiligen Gasse. Ein offensichtliches Merkmal dieser Strategie ist, dass bei einer geraden Gassenanzahl jede Gasse genau einmal komplett durchlaufen wird. Bei ungerader Gassenanzahl muss der Kommissionierer eine Gasse doppelt durchlaufen, um wieder zu der Ausgangsseite zu gelangen. Ein weiteres Merkmal ist der besonders simple Ablauf der Schleifenstrategie. Dadurch kann die Schleifenstrategie auch bei sehr einfachen Lagersystemen eingesetzt werden. Die Schleifenstrategie eignet sich besonders bei einer hohen Anzahl von Picks pro Auftrag, da dann die Wahrscheinlichkeit sehr hoch ist, dass in jeder Gasse eine Position kommissioniert werden muss. Das Folgende Bild verdeutlicht dieses Prinzip noch einmal.
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Abbildung 3: Schleifenstrategie ohne Überspringen

Als Gassenwechselweg wird der Teil des Gesamtweges bezeichnet, in dem der Kommissionierer eine Gasse wechselt. Als Gassenweg hingegen wird der zurückgelegte Weg innerhalb einer Gasse bezeichnet. Gassenweg und Gassenwechselweg hängen sowohl von den Lagerdimensionen als auch von der verwendeten Wegstrategie des Kommissionierers ab.
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Abbildung 4: Schleifenstrategie mit Überspringen

 

4.2 Stichgangstrategie

Bei der Stichgangstrategie wird unterschieden zwischen der Stichgangstrategie mit Wiederholungen und der Stichgangstrategie ohne Wiederholungen. Grundsätzlich fährt der Kommissionierer bei der Stichgangstrategie immer nur von einer Seite des Lagers in die Gassen hinein. Dabei fährt er nur soweit in die jeweilige Gasse hinein, bis er die letzte Position innerhalb der Gasse gepickt hat und fährt danach auf dem gleichen Weg wieder zum Gassenanfang zurück. Der wesentliche Vorteil gegenüber der Schleifenstrategie ist hier, dass das Durchlaufen der kompletten Gasse gespart wird, wenn nur Picks im Vorderbereich der Gasse getätigt werden müssen. Der Unterschied der beiden Stichgangstrategien ist, dass bei der Stichgangstrategie mit Wiederholung der Kommissionierer für jeden Artikel in einer Gasse einzeln in die Gasse hineinfahren muss.
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Abbildung 5: Stichgangstrategie mit Wiederholung

Bei der Strategie ohne Wiederholungen kann der Kommissionierer alle Picks innerhalb einer Gasse mit einem einzigen Hineinfahren in die Gasse kommissionieren.
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Abbildung 6: Stichgangstrategie ohne Wiederholung

 

4.3 Mittelpunktheuristik

Die Mittelpunktheuristik kann als erweiterte Stichgangstrategie betrachtet werden. Der Kommissionierer unterteilt dabei die Gassen in der Mitte und kommissioniert zunächst vom Gassenanfang bis zur letzten Position, die noch vor der Mitte liegt, und fährt danach wieder zum Gassenanfang zurück. Die letzte Gasse, in der kommissioniert wird, wird vom Kommissionierer komplett durchfahren, so er im Folgenden von der gegenüberliegenden Gassenseite in die Gassen hineinfahren kann. Bei der Mittelpunktheuristik ergibt sich eine unterschiedliche Wegzeit, je nachdem ob die Basis innerhalb des Lagers liegt oder an einem Punkt außerhalb des Lagers. Daher wird die Mittelpunktheuristik weiter in die Mittelpunktheuristik mit Kopfgang
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Abbildung 7: Mittelpunktheuristik mit Kopfgang

und in die Mittelpunktheuristik mit Zentralgang unterteilt.

Abbildung 8: Stichgangstrategie ohne Wiederholung

 

5 Layouts

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Abbildung 7: Kopfgang

Abbildung 8: Zentralgang

 

Nomenklatur

M
L
L_c
W
W_a
N_a
M_a
n
t_Basis
a
v
t_Tot
t_Greif
d_BB'
t_k
t_B
t_weg
t_n
d_n
d_b


Anzahl Artikel
Länge einer Gasse
Abstand Gassenende bis zur Gassenwechselwegmitte
Abstand zwischen erstem und letztem Gang
Breite einer Kommissioniergasse
Anzahl Gassen
Anzahl Artikel pro Gasse
Anzahl Positionen pro Auftrag
Basiszeit pro Position
Beschleunigung des Kommissionierers
Geschwindigkeit des Kommissionierers
Totzeit pro Entnahme
Greifzeit pro Entnahme
einfacher Weg vom Abgabepunkt zur Basis
Kommissionierzeit pro Position
Basiszeit
Wegzeit
Wegzeit gesamt
Weglänge gesamt
Basisweg


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